Eine zentrale Idee des Informationszentrums ist die Verbindung von Ausstellung und Landschaft: Was drinnen vermittelt wird, lässt sich draußen unmittelbar erleben. Denn auf der Goldenen Aue treffen unterschiedliche Entwicklungsphasen der Rekultivierung aufeinander, während sich zugleich der Blick auf den Tagebau und den zukünftigen Hambachsee öffnet. Das Zentrum wird so zum Ausgangspunkt für Exkursionen, Führungen und eigene Erkundungen durch die Rekultivierungslandschaft der Sophienhöhe.
Der Standort wurde so gewählt, dass wertvolle Landschaftsstrukturen möglichst geschont werden. Das Gebäude entsteht nicht im weitgehend endgestalteten Teil der Sophienhöhe und nicht in ausgewiesenen Naturschutzbereichen, sondern auf neu aufgeschütteten Bereichen nahe der Innenkippe. Das Gebäude wurde bewusst von gewachsenen Waldstrukturen und den Flächen der Ganzjahresbeweidung abgerückt und auf einem benachbarten Hügel positioniert.
Besucher:innen lenken, sensible Räume schützen
Eine Frage wurde in den bisherigen Beteiligungsverfahren immer wieder gestellt: Wie viel touristische Nutzung verträgt dieser Naturraum? Denn das Besuchszentrum wird Menschen anziehen und ein Teil von ihnen wird auch die Umgebung erkunden wollen. Gerade deshalb werden Zentrum, Wege und Landschaft gemeinsam geplant. Das Struktur- und Nutzungskonzept sieht für die Goldene Aue eine behutsame Erschließung und gezielte Besucherlenkung vor. Attraktive, klar geführte Wege sollen Naturerlebnisse ermöglichen und zugleich sensible Bereiche schützen. Im Projekt Naturerlebnis Sophienhöhe werden diese Ansätze weiterentwickelt.
Ebenso wichtig ist die Frage, wie Besucher:innen auf die Sophienhöhe gelangen. Die Planung setzt auf die Anbindung an das Rad- und Wanderwegenetz und künftig insbesondere an den Hambach Loop. Gleichzeitig wird die Zufahrt über eine Betriebsstraße weiter konkretisiert. Hinweise aus Bürgerbeteiligung und Naturschutzkreisen, etwa zu einer stärkeren beziehungsweise automatisierten Beschränkung der Zufahrt, sind in die weitere Planung eingeflossen. Die Straße zum Standort wird dabei nicht allein für das Besucher- und Informationszentrum geplant. Ihre Herstellung ergibt sich aus dem genehmigten Braunkohlenplan. Sie ermöglicht zugleich, dass auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen den Standort erreichen können.
Naturschutz als des Erlebnisses
Natur- und Artenschutz sind deshalb nicht nur Anforderungen an die Planung, sondern sollen selbst Teil der Vermittlung werden. Auch die bauliche Planung wird darauf abgestimmt. Anregungen aus Naturschutzkreisen wurden bereits aufgegriffen, unter anderem bei der Fassadengestaltung mit Blick auf den Vogelschutz, der naturnahen Gestaltung der Außenbereiche und der Besucherlenkung. Für die auf der Goldenen Aue vorkommenden Arten werden die erforderlichen artenschutzrechtlichen Maßnahmen Bestandteil der weiteren Planung sein. So soll auf der Sophienhöhe ein Ort entstehen, von dem aus sich diese besondere Landschaft verstehen und entdecken lässt – und der zugleich dazu beiträgt, ihren Charakter zu bewahren.