Erwartungen der Kommunen rund um den Tagebau

Andreas Heller, Bürgermeister Elsdorf

„Das ist ein Meilenstein“, freut sich Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller. Denn der Braunkohlenausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die Ent­wick­lungs­ab­sich­ten der Anrainer­kommunen zu einem wichtigen Belang beim Braunkohlenplanänderungsverfahren erklärt. „Wir sind dankbar, dass unsere Vorstellungen berücksichtigt werden“, erläutert Heller. „Die Be­zirks­re­gier­ung wird nun die kom­mu­nalen Ziele aufnehmen und auf technische Machbarkeit überprüfen.“

Wegen der erheblichen Zeitverkürzung durch den vorgezogenen Kohle­ausstieg sollen bereits im jetzt zu erstellenden Vorentwurf des neuen Braunkohlenplanes weitreichende Festlegungen und Ziele formuliert werden. Es geht um die Verteilung der angestrebten Nutzungen rund um den Ta­ge­bau­see, seien es Seezugänge, Zwi­schen­nutz­ungen oder kommunale Ent­wick­lungs­flächen. Hierfür müssen jeweils frühzeitig die daraus resultierenden Anforderungen an die Böschungs-, Rand- und Vorfeldgestaltung geklärt werden. „Daher war es so wichtig, dass die sechs Anrainer­kommunen ihre Erwartungen und Ent­wick­lungs­ab­sich­ten gebündelt haben und sich jetzt zusammen positionieren können,“ so Heller.

Die sechs Anrainer­kommunen des Tagebaus haben mit der NEULAND HAMBACH eine gemeinsame Gesellschaft für die Um­feld­ge­stal­tung gegründet, deren Aufsichtsratsvorsitzender Heller ist. Die Gesellschaft hat bereits eine gemeinsame Raum­entwicklungs­pers­pektive erarbeitet, die nun im weiteren Verfahren zu einer konkreten Rahmenplanung fortgeschrieben wird.

Ein wesentlicher Punkt beim Änderungs­verfahren des Braunkohlenplans Hambach ist die Abraumbilanzierung. Der Braunkohlenausschuss hat nun die bislang vorliegenden Ergebnisse eines ingenieurfachlichen Gutachtens entgegennehmen können. Bislang geht die Regionalplanungsbehörde davon aus, dass Massen aus dem Bereich der „Manheimer Bucht“ erforderlich sein werden, um ein dauerhaft standsicheres Böschungssystem herzustellen. Ein gänzlicher Verzicht auf eine Abraumgewinnung würde aus ingenieur-geologischer Sicht nicht möglich sein.

Andreas Heller bedankt sich bei der Be­zirks­re­gier­ung für die unabhängige gutachterliche Überprüfung, die in vielen Fragen Klarheit schaffe. „Zugleich“, ergänzt NEULAND HAMBACH Geschäftsführer Boris Linden, „zeigt das Gutachten auch gewisse Potenziale, die wir bei der Erstellung des Vorentwurfes jetzt prüfen können. Da ist es gut, dass wir mit der NEULAND HAMBACH im Verfahren beteiligt sind.“

Das Gutachten berücksichtigt auch eine ganze Reihe unterschiedlicher Sicherheitsfragen, führt Boris Linden weiter aus. „Auch hierbei wird ein wesentliches Ziel unserer Kommunen untersucht: Der Tagebau soll nach seiner Schließung möglichst rasch wieder öffentlich zugänglich gemacht werden.“