Pilotprojekt: Wildpferde auf der Sophienhöhe

Wildpferde auf der Sophienhöhe

Auf der rekultivierten Sophienhöhe lebt jetzt eine Herde Wildpferde! Die Koniks (polnisch für „kleines Pferd“) wurden im Rahmen eines Pilotprojekts der RWE Power AG, Forschungsstelle Rekultivierung, NEULAND HAMBACH GmbH und der niederländischen Stiftung FREE Nature auf der Goldenen Aue angesiedelt. Diese robusten Pferde übernehmen eine wichtige ökologische Aufgabe: Sie halten die Offenlandschaft frei von Bäumen und Sträuchern und erhöhen die biologische Vielfalt in der Rekultivierung.

 

Herde Wildpferde auf der rekultivierten Sophienhöhe

Einzigartig im Revier: Wildpferde als Landschaftspfleger

Besucher:innen können die Koniks in der beeindruckenden Kulisse der Goldenen Aue beobachten. Dazu Matti Wirth, der das Projekt für NEULAND HAMBACH begleitet: „Frei lebende Pferde kennt man vor allem aus Holland. Diese beeindruckenden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, ist ein einzigartiges Naturschauspiel, das die Attraktivität dieses wertvollen Naturraums weiter erhöht. Die Tiere übernehmen mit ihrem natürlichen Weideverhalten aber auch eine wichtige ökologische Aufgabe: Die naturnahe Beweidung stärkt eine strukturreiche Vegetation und unterstützt die Biodiversität.“

Sieben Koniks auf 24 Hektar Naturlandschaft

Konikpferde, eine robuste und selbständige Rasse, leben von Natur aus in großen Herden und sind in vielen europäischen Naturschutzgebieten heimisch geworden. Mit ihrem mausgrauen Fell, dem dunklen Rückenstreifen und zebraähnlichen Streifen an den Beinen sind die bis zu 1,45 Meter großen Tiere gut an das Leben in der freien Natur angepasst. Auf der 24 Hektar großen eingezäunten, betretbaren Weidefläche finden sie ganzjährig ausreichend Nahrung. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei langen Phasen mit einer geschlossenen Schneedecke, muss zugefüttert werden. Ein eingezäuntes Waldstück bietet ihnen zusätzlichen Wetterschutz und Rückzugsmöglichkeiten.

Zukunftspläne: Erweiterung und kombinierte Beweidung

Nach Abschluss der Pilotphase ist eine phasenweise Erweiterung der Beweidungsfläche geplant. Längerfristig soll dies bis in die oberen Bereiche des zukünftigen Hambach Sees reichen und bis zu 520 Hektar Fläche umfassen. Geeignete Flächen hierfür sind bereits im Rahmen­plan Hambach sowie im überarbeiteten Braunkohlen­plan Hambach ausgewiesen. Denkbare Weidetiere für die Erweiterungen sind abgesehen von Wildpferden auch beispielsweise Hochlandrinder und Wasserbüffel.

Begleitet wird das Projekt durch ein umfassendes Bio-Monitoring mit den Ortsgruppen von NABU, BUND und LNU, den Biologischen Stationen Düren und Bonn/Rhein-Erft sowie Fachexpert:innen.