Ich bin Rheinländer durch und durch. Tief verwurzelt in meiner Heimat Hambach und mit einem Herz für die Region, ihre Sprache und ihre Kultur. Geboren bin ich in Eschweiler, lebe aber seit über 40 Jahren in Hambach. Schon als Jugendlicher habe ich in Jülich Fußball gespielt, beruflich bin ich seit fast fünf Jahrzehnten eng mit der Tagebaugemeinde Niederzier verbunden – zuerst als Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, dann als Bürgermeister und heute als Beobachter des Wandels.
Der Strukturwandel im Rheinischen Revier ist gelebte Realität. Der Brainergy Park steht für mich sinnbildlich für diesen Aufbruch im Rheinischen Revier. Wo vor einigen Jahren noch Ackerland war und die Deutsche Welle mit ihren signifikanten Sendetürmen in alle Welt ihr Radioprogramm ausstrahlte, befindet sich heute eine Großbaustelle der Zukunft. Zahlreiche Kräne stehen auf dem 52 Hektar großen Gelände, dass in erstaunlich kurzer Zeit zu 80 % vermarktet wurde und absehbar um weitere rd. 100 Hektar erweitert werden soll. Das Herz dieses Gewerbeparks der Energiewende wird der „Brainergy Hub“, ein auch architektonisch ansprechendes, als klimafreundlicher Rundbau geplantes Innovations- und Gründerzentrum mit einer Nutzfläche von 9.700 qm. In Kürze ist hierfür die Grundsteinlegung. Ein Beweis dafür, dass der Wandel Fahrt aufnimmt.
Wir sind in der Zukunft angekommen. Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als sich im Oktober 1978 die ersten Bagger in die Erde gruben und der Tagebau Hambach begann. Als junger Assistent des Gemeindedirektors war ich dabei. Was mit einem Erdhaufen angefangen hat, ist heute die Sophienhöhe. Ich habe erlebt, wie Orte wie Lich und Steinstraß verschwanden, aber auch den Widerstand gegen den Tagebau am Hambacher Forst – all das hat Spuren hinterlassen. Aber Energie war lange unser Fundament – jetzt schreiben wir ein neues Kapitel: nachhaltig, verantwortungsbewusst, zukunftsgerichtet. Dass auf der Sophienhöhe ein Erinnerungsort entstehen soll, dort wo die beiden Ortschaften einst waren, ist für mich ein positives Zeichen.
Der Wandel braucht Mut und Menschen, die daran glauben. 2015 war der Kohleausstieg offiziell noch in weiter Ferne, und doch haben wir damals die Initiative NEULAND HAMBACH ins Leben gerufen. Mir war klar: Wir müssen frühzeitig beginnen, die Zeit nach der Kohle aktiv zu gestalten. Heute freue ich mich, dass viele dieser Ideen Wirklichkeit werden – zum Beispiel das Besucherzentrum auf der Sophienhöhe, das ich mit auf den Weg gebracht habe. Der Wandel braucht Menschen, die an ihn glauben – und vor allem ein gutes Miteinander von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wichtig ist auch, dass Beteiligung verständlich ist. Ich erlebe oft, wie sich der Blick verändert, wenn ich Menschen mit in den Brainergy Park nehme. Der Satz „Ich hätte nicht gedacht, dass sich hier schon so viel tut“ fällt regelmäßig.
Meine Vision: eine Region mit neuer Stärke. Das Rheinische Revier hat das Potenzial, eine der spannendsten Zukunftsregionen Europas zu werden. Mit neuen Arbeitsplätzen, sauberer Energie und hoher Lebensqualität – für unsere Kinder und Enkel. Die entstehenden Seenlandschaften rund um die drei Tagebau bieten dabei große Chancen. Mein persönlicher Lieblingsort? Die Goldene Aue auf der Sophienhöhe – dort, wo heute Wildpferde grasen. Für mich ein Ort, an dem man Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen spüren kann.
Auf der Webseite des Brainergypark kann man sich zu den kostenlosen öffentlichen Führungen anmelden (Termine jeweils Samstag, 10:00 bis 12:00 Uhr).