Wie groß seine wirtschaftliche Bedeutung ist, zeigen aktuelle Berechnungen des dwif, die vom Kompetenznetzwerk Tourismus beauftragt wurden. In dem Netzwerk arbeiten die Kreise, Tourismusorganisationen und Tagebauumfeldorganisationen gemeinsam an der touristischen Entwicklung des Rheinischen Reviers. Insgesamt wurden 2025 rund 92,8 Millionen Aufenthaltstage gezählt, davon 84 Millionen Tagesreisen. Gäste sorgten dabei für einen Bruttoumsatz von rund 3,4 Milliarden Euro und eine touristische Wertschöpfung von insgesamt knapp 1,6 Milliarden Euro.
Die Zahlen zeigen: Das Rheinische Revier beginnt touristisch nicht bei null. Gerade im Kernrevier liegt zugleich erhebliches Entwicklungspotenzial. Wo heute noch der Tagebau die Landschaft prägt, kann der tiefgreifende Wandel selbst zu einer touristischen Qualität werden.
Drei Tagebaue, ein gemeinsamer Raum
Entscheidend wird sein, diese neuen Orte nicht isoliert zu betrachten. Vom Indesee über Hambachsee und Sophienhöhe bis nach Garzweiler kann ein zusammenhängender Landschaftstraum entstehen. Auch die Zwischenräume übernehmen dabei eine wichtige Funktion. Ein Beispiel ist der Nahbereich zwischen den Tagebauen Inden und Hambach. Die Studie “Raum zwischen den See” der indeland GmbH zeigt, welches Potenzial in diesem Zwischenraum liegt – etwa durch neue Radverbindungen, attraktive Wege und eine stärkere Verknüpfung der angrenzenden Ortschaften.
Wie aus solchen Verbindungen ein touristisches Angebot für das gesamte Kernrevier werden kann, zeigt auch die geplante Themenradroute durch das Rheinische Braunkohlerevier. Auf mehr als 150 Kilometern wird sie die drei Tagebaugebiete Inden, Hambach und Garzweiler miteinander verbinden und bestehende wie geplante Wege zu einem gemeinsamen Angebot verknüpfen. Zugleich entsteht mit dem Rheinischen Radverkehrsrevier ein kreisübergreifendes Netz für Alltags- und Freizeitverkehr.
Für die touristische Entwicklung bedeutet das: Nicht der einzelne See ist das Ziel. Entscheidend ist, die neuen Landschaften, Naturerlebnisse, Freizeitangebote, Mobilität, Gastronomie und Aufenthaltsorte über das gesamte Kernrevier hinweg miteinander zu verbinden. Die aktuellen touristischen Kennzahlen zeigen, auf welcher Basis diese Entwicklung im Rheinischen Revier aufbauen kann.