Vom Hambacher Tagebau zum Landschaftspark

Gesamtansicht der Inszenierungs­anlagen Hambach

Wie wird aus einem Tagebau, der über Jahrzehnte für die Öffentlichkeit verschlossen war, ein neuer Landschaftsraum? An der :porta sophia wird künftig das Rheinwasser in den Hambachsee geleitet und genau hier entsteht einer der ersten Orte, an denen die Tagebaufolgelandschaft zugänglich wird. Wie dieser besondere Ort aussehen soll, zeigt der Vorentwurf für die Inszenierungs­anlagen Hambach. Ideen aus zwei Beteiligungsformaten sind in die Planung eingeflossen.

Rund um das Einleitbauwerk entstehen nach und nach Wege, Aussichtspunkte, Aufenthaltsorte sowie Angebote zum Spielen, Entdecken und Lernen. Der Vorentwurf vom Planungsbüro bauchplan ).( zeigt, wie die verschiedenen Bereiche miteinander verbunden werden und die Veränderung der Landschaft vor Ort erfahrbar wird. So entsteht eine Art „Barcode“ der Landschaft, in dem unterschiedliche Räume und Entwicklungsphasen nebeneinander sichtbar werden.

Bei einer Beteiligungs­werkstatt im März 2026 im Bürgerhaus Neu-Etzweiler diskutierten mehr als 70 Interessierte darüber, wie die Tagebaulandschaft bis zum zukünftigen See künftig erlebt und entdeckt werden kann.

Karten mit Ideen für die Gestaltung der Inszenierungs­anlagen

Ideen für die Landschaft im Wandel

Die Beteiligung zeigt einen klaren Wunsch nach einer aktiven Landschaft: 41 Prozent der Beiträge entfielen auf die Kategorie „Spielerisches Erleben“. Es folgten „Erforschen/Lernen“, „Aussicht/Perspektivenwechsel“ sowie Orte für Ruhe und Pausen. Dahinter standen Wünsche nach Lernpfaden und Informationsangeboten, Spiel- und Sportmöglichkeiten sowie attraktiven Aufenthaltsorten und Aussichtspunkten.

Auch die Geschichte des Ortes spielte eine wichtige Rolle. Die Dimension des Tagebaus, die Rekultivierung und natürliche Sukzession, die Einleitung des Rheinwassers und die Entstehung des Hambachsees sollen auch in Zukunft nachvollziehbar bleiben. Der See wurde in den Gesprächen dabei nicht allein als künftige Wasserfläche betrachtet, sondern als Teil der Geschichte und eines Landschaftswandels, der noch lange weitergehen wird.

Vorfreude auf Hambach 2033

Bei einer zweiten, mobilen Beteiligung ging es weniger um planerische Details als um die Frage, was diese Zukunft bei den Menschen auslöst? Das Planungsteam war dafür mit einem mobilen Kiosk unter anderem bei der tu! Hambach und der Gesamtschule in Elsdorf unterwegs. Ziel war es, ein möglichst breites Publikum und Menschen unterschiedlicher Altersgruppen zu erreichen. Die Teilnehmer:innen konnten eine Zeitreise in die Zukunft machen und ihre Gedanken und Emotionen in vier Kategorien abgeben: Vorfreude, Neugier, Verbundenheit und Bauchgefühl. 

Von insgesamt 192 abgegebenen Stimmen entfielen 36 Prozent auf Vorfreude und 34 Prozent auf Neugier, 17 Prozent auf Verbundenheit und 13 Prozent auf Bauchgefühl. Planerische Ansätze wurden positiv wahrgenommen und mit einzelnen Ideen ergänzt. Neben viel positiver Erwartung gab es auch skeptische Stimmen. Sie bezogen sich vor allem auf finanzielle und soziale Aspekte der Entwicklung des Tagebaus und der Region. 

Der Vorentwurf greift diese langfristige Entwicklung auf. Statt einen fertigen Landschaftspark für das Jahr 2070 zu planen, soll sich der Raum rund um das Einleitbauwerk gemeinsam mit dem See entwickeln. Der nördliche Bereich bis zur neuen Tagebaukante soll bereits ab 2029 zugänglich werden, der südliche Bereich innerhalb der heutigen Tagebaulandschaft voraussichtlich ab 2033. 

Wald- und Agrarflächen, offene Wiesen, Artenschutz- und Biotopflächen, Themenrouten und Plätze und die künftige Wasserlandschaft bilden dabei ein Mosaik unterschiedlicher Räume. Gerade dieses Zusammenspiel dieser Räume und ihre stetige Veränderung prägen die Inszenierungs­anlagen Hambach: Wer wiederkommt, wird die Landschaft immer wieder anders erleben.

 

Die Auswertungen der beiden Beteiligungsformate finden Sie hier:

  • Dokumentation “Beteiligungswerkstatt”, März 2026: DOWNLOAD
  • Dokumentation “Mobile Beteiligung”, Juni 2026:DOWNLOAD