Wendepunkt bei 411 Metern

Tiefster Punkt in der Baugrube Hambach

In einer „Gegend aller Erwartungen“ gibt es naturgemäß ständig Neues zu entdecken. Zum Beispiel, dass der Tagebau Hambach an einem historischen Wendepunkt angekommen ist: Mit 411 m unter Geländekante haben die Schaufelradbagger den tiefsten Punkt der Kohlengrube zwischen Elsdorf, Kerpen und Merzenich erreicht. Diese maximale „Teufe“ liegt rund 320 m unter dem Meeresspiegel. Weltweit gab und gibt es keinen tieferen Lockergesteinstagebau.

400 m – ist das viel oder wenig? 

Die 300 m hohe Sophienhöhe zu erklimmen, sollte auch für rheinische Flachländler machbar sein. Doch gleich nebenan im „größten Loch Europas“ relativieren sich die Dimensionen. Von der Geländekante aus wirkt in der Tiefe alles verschwindend klein. Zum Vergleich: Würde man das Empire State Building (443 m) hier platzieren, wäre von Elsdorf aus nur noch die Antenne des New Yorker Wolkenkratzers zu sehen. 

Rede von Andreas Heller bei Feierlichkeit im Tagebau Hambach

Deutschlands tiefster See

Der Wendepunkt im Tagebau Hambach markiert gleichzeitig einen Startpunkt, denn ab nun wird die Mulde für den zukünftigen Ta­ge­bau­see modelliert. Mit einer voraussichtlichen Fläche von 4.200 ha und einem Volumen von 3,6 Mrd. m³ wird das neue Gewässer nach dem Bodensee der zweitgrößte See Deutschlands sein. Mit seinen 411 m Tiefe wird der Ta­ge­bau­see den Bodensee (251 m) als Deutschlands tiefstes Gewässer ablösen. Und damit rangiert er sogar in den Top 40 der weltweit tiefsten Seen. Die einzigartigen Dimensionen des sibirischen Baikalsees mit 1.642 m werden im rheinischen Revier allerdings nicht erreicht.

Eine letzte Rekord-Zahl: 332,35 m Tiefe beträgt der Weltrekord der Gerätetaucher. Für den normalen Sporttaucher ist bei rund 40 m Schluss. Doch nicht nur Taucher, auch Schwimmer, Segler, Wanderer und Radfahrer werden in der künftigen Wald-See-Landschaft zwischen Elsdorf und Kerpen ein attraktives Erholungsgebiet vorfinden. Selbst wenn die „Zukunft mit See“ ab 2080 kommenden Generationen vorbehalten ist – die Befüllung mit Rheinwasser wird 2030 beginnen und schon zehn Jahre nach dem Beginn der Flutung soll eine große Wasserfläche genutzt werden können. 

Ein digitaler Ausflug in das NEULAND HAMBACH lohnt sich, bevor das Rheinwasser fließt. Ob Hambach-Loop oder Zukunftsterrassen Elsdorf, ob SpeicherStadtKerpen oder Coworking-Space Titz – schon jetzt gibt es viel Neuland in Bezug auf Renaturierung, Klimaschutz, Infrastruktur sowie ein Leben & Arbeiten im 21. und 22. Jahrhundert zu entdecken: Projekte